Was ist Parodontitis?

Parodontitis ist eine bakteriell ausgelöste Entzündung des Zahnhalteapparates, also jener Strukturen, die den Zahn im Kiefer verankern: Zahnfleisch, Wurzelhaut und Kieferknochen. Sie entsteht meist aus einer länger bestehenden Zahnfleischentzündung (Gingivitis), die sich in tiefere Strukturen ausweitet. Unbehandelt führt sie zum Verlust von Knochen rund um die Zähne und am Ende zu Zahnlockerung und Zahnverlust.

Warum Parodontitis oft übersehen wird

Im Gegensatz zu Karies tut Parodontitis lange Zeit nicht weh. Die ersten Anzeichen sind oft nur leichtes Zahnfleischbluten oder gelegentlicher Mundgeruch. Beschwerden, die viele Betroffene zunächst nicht ernst nehmen. Genau deshalb ist die regelmäßige Kontrolle so wichtig.

Frühe Warnzeichen

Sollten Sie eines oder mehrere dieser Symptome bemerken, lohnt sich eine Abklärung:

Risikofaktoren

Manche Faktoren erhöhen das Risiko, an Parodontitis zu erkranken:

Unsere Behandlung in Stufen

Wir folgen einem strukturierten, in der zahnmedizinischen Wissenschaft etablierten Stufenkonzept. Welche Stufen für Sie relevant sind, hängt vom Schweregrad und Verlauf Ihrer Erkrankung ab.

Diagnostik

Wir erheben den Parodontalen Screening Index (PSI) als erste Risiko-Einschätzung. Bei Auffälligkeiten folgt eine ausführliche Parodontale Befundaufnahme mit Messung aller Zahnfleischtaschen und Röntgenbildern.

Vorbehandlung

Vor der eigentlichen Therapie: eine umfassende professionelle Zahnreinigung, Mundhygiene-Anleitung und Entfernung aller oberflächlichen Beläge.

Geschlossene Parodontitistherapie

Unter lokaler Betäubung werden die Wurzeloberflächen unterhalb des Zahnfleischrands gründlich gereinigt, meist in einer oder zwei Sitzungen. Bei Bedarf kommen unterstützend antimikrobielle Spülungen oder lokale Antibiotika zum Einsatz.

Neubewertung

Nach etwa 6 bis 8 Wochen prüfen wir den Behandlungserfolg. In den meisten Fällen ist die Entzündung deutlich zurückgegangen.

Offene Therapie (falls nötig)

Bei tiefen Resttaschen oder komplexer Anatomie kann ein kleiner chirurgischer Eingriff sinnvoll sein, um die betroffenen Bereiche unter Sicht zu reinigen.

Unterstützende Parodontaltherapie (UPT)

Die wichtigste Phase: regelmäßige Kontrolltermine, meist alle 3 bis 4 Monate, die wir beim Besuch mit Ihnen vereinbaren. Hier kontrollieren wir den Zustand, reinigen Risiko-Stellen gezielt und passen die Pflege-Strategie an. Ohne diese Phase kommt die Erkrankung in vielen Fällen zurück.

Was Sie selbst beitragen können

Wichtig zu wissen

Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Sie lässt sich erfolgreich behandeln, aber nicht im engeren Sinne „heilen". Die Bakterien, die sie verursachen, sind dauerhaft im Mundraum. Mit guter Nachsorge bleibt die Erkrankung jedoch in einem stabilen, nicht-fortschreitenden Zustand. Wir begleiten Sie langfristig auf diesem Weg.

Häufige Fragen